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Lehrstuhl für Biogeografie

Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein

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Bachelorarbeit

Methodenentwicklung zur Rekonstruktion des Klimas im Alten Ägypten aufgrund historischer Säugetierdarstellungen

Lena Kopp (11/2015-12/2015)

Betreuer: Carl Beierkuhnlein, David Kienle

Nachdem vor 11700 Jahren die letzte Eiszeit zu Ende ging, vollzogen sich im Holozän, dem darauffolgenden Warmzeitalter, mehrere klimatische Wechsel. Eine Verschiebung des heute über der Sahelzone liegenden Monsungürtels nach Norden verwandelte die heutige Sahara zunächst in eine Savannenlandschaft. Ab circa 5000 BC zog sich der Monsun jedoch wieder zurück und ermöglichte so die Bildung der größten Trockenwüste der Erde. Zeugnisse über diese Klimaveränderungen sind rar. In der Kunst des Alten Ägyptens finden sich jedoch Nachweise von großen Säugetierarten, die in ihrem natürlichen Lebensraum dargestellt wurden und heute regional oder sogar global ausgestorben sind. Am Lehrstuhl für Biogeographie der Universität Bayreuth wurde über diese Belege ein Datensatz erstellt. Die Arten wurden hinsichtlich ihrer ökologischen Ansprüche untersucht und können so als Mittel zur Ableitung klimatischer Gegebenheiten dienen. Mit dem Ziel das Klima während der Zeit der Pharaonen von 5000 BC bis 0 AD zu rekonstruieren, wurden mithilfe der aktuellen Verbreitungsgebiete der historisch dargestellten Arten Werte für Temperatur- und Niederschlagsvariablen ermittelt und so Zeitreihen erstellt, die Aussagen über die klimatische Entwicklung liefern. Zudem wurden die Nachweise aufgrund von verschiedenen Kriterien gewichtet, um den Einfluss der zeitlichen Genauigkeit der Belege, der Bestimmungssicherheit und der Darstellungsweise der Arten zu berücksichtigen. Die so rekonstruierten Niederschläge liegen mit 0 – 60 mm/a im Größenbereich der heute verzeichneten Werte, weisen aber einen leichten Anstieg über die Zeit auf, welcher dem zu dieser Zeit ablaufenden Desertifikationsprozess zur Bildung der Sahara widerspricht. Der Trend der Niederschlagskurve liegt statistisch jedoch an der Nachweisgrenze, und ist demnach zu hinterfragen. Die Jahrestemperaturwerte, die mit circa 24 °C im Bereich der aktuellen Jahresmitteltemperaturen liegen, verzeichnen einen statistisch aussagekräftigen Anstieg um 0,83 °C über die Zeit, welcher wiederum der erwarteten Temperaturentwicklung bei einer Wüstenbildung entspricht.

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