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Audorff, V*; Strohbach, M; Beierkuhnlein, C: Steuergrößen der Vegetationszusammensetzung in Quellen: Grundwasserchemie, Einzugsgebiet oder räumliche Lage?
Talk, 25th Annual Conference of the German Society of Limnologiy (DGL / SIL), Oldenburg: 2009-09-28 - 2009-10-02

Abstract:

Allgemein wird angenommen, dass die Vegetationszusammensetzung in Quellen vor allem von den hydrochemischen Gegebenheiten der Quellwässer gesteuert wird. Um diese These zu testen wurde in 73 Quellen bewaldeter Einzugsgebiete in Frankenwald und Fichtelgebirge der Einfluss (1) des Quellwasserchemismus, (2) der Eigenschaften des Einzugsgebietes und (3) der räumlichen Lage der Quellen auf die Vegetationszusammensetzung mittels NMDS, Mantel-Tests und Pfad-Analysen untersucht.

Es wurde gezeigt, dass die Artenzusammensetzung der Quellvegetation stärker vom Quellwasserchemismus als von den Eigenschaften der Einzugsgebiete bestimmt wird. Somit üben die Einzugsgebiete einen indirekten Einfluss auf die Quellvegetation aus. Wird zusätzlich die Lage der Quellen im Raum (insbesondere deren Höhenlage) in die Analysen einbezogen, so tritt die Bedeutung der Einzugsgebietseigenschaften fast vollkommen in den Hintergrund. Da die Vegetationszusammensetzung im Wesentlichen durch einen Säuregradienten gesteuert wird, ist zu folgern dass die Höhenlage die verschiedenen versauerungswirksamen Prozesse als Summenparameter repräsentiert. Diese Prozesse werden von Ausgangsgestein, Klima und Baumartenzusammensetzung geprägt und sind abhängig von der Höhenlage.

Auf silikatischem, wenig zerklüftetem Ausgangsgestein fließt das Grundwasser oberflächennah, daher besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Wasserchemie von Quellen und den biogeochemischen Prozessen der Waldökosysteme in ihren Einzugsgebieten. Somit kann die Artenzusammensetzung natürlicher Quellen als empfindlicher Indikator für solche komplexen Prozesse dienen.

last modified 2009-10-12