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Beierkuhnlein, C: Vegetation der Waldquellfluren im Frankenwald, Bayreuther Forum Ökologie, 71, 155-172 (1999)
Abstract:

Die Waldquellen des Frankenwaldes werden durch hydrochemische, mikrometeorologische und vegetationskundliche Untersuchungen charakterisiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Umweltvariablen die Artenzusammensetzung von Waldquellen beeinflussen. Es zeigt sich, dass unter den heutigen Bedingungen nicht, wie natürlicherweise zu erwarten, der Lichthaushalt, sondern das wasserchemische Regime als dominierende Variable der Artenzusammensetzung anzusehen ist. Zahlreiche Quellen weisen nicht mehr Quellflurgesellschaften der Montio-Cardaminetea sondern zu den Caricetea fuscae zu stellende Niedermoorgesellschaften auf.

Das Auftreten ganzjährig stark saurer Quellwässer ist auf die Hochlagen im nördlichen Teil des Untersuchungsgebietes begrenzt. Unter vergleichbaren orographischen, petrographischen, klimatischen und forstwirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden sich in anderen Teilgebieten noch höhere pH-Werte. Daher wird diese Erscheinung als Resultat lokaler Immissionsbeeinflussung durch saure Depositionen gewertet. Da gezeigt werden kann, dass die Quellflurvegetation sensibel auf den Wasserchemismus reagiert, kann sie folglich auch als Indikationsinstrument der Säurebelastung von Einzugsgebieten angesehen werden.

last modified 2010-10-25