Sprungmarken

 
Beierkuhnlein, C: Florenveränderungen durch Immissionseinflüsse - Pflanzengeographische Analyse der Vegetation von Waldquellen, Artenschutzreport, 5, 34-43 (1995)
Abstract:

Die Ergebnisse führen zu dem Schluss, dass sich Quellen als sensibles Frühwarnsystem bezüglich ökosystemarer Veränderungen in Waldeinzugsgebieten erweisen.

Quellen stellen eine Art ökosystemare Schnittstelle zwischen Grundwasserkörper und Fließgewässer dar. Da sich im Frankenwald der größte Teil des Grundwassers in der Regel sehr oberflächennah bewegt, wurde eine enge Beziehung des Quellwasserchemismus zu bodenchemischen Eigenschaften angenommen.

Es zeigte sich, dass die hydrochemischen Eigenschaften der Quellwässer räumlich und ökologisch gut zu interpretieren sind. Die in den nordwestlichen Gebieten des Frankenwaldes festzustellende Versauerung der Quellen ist nicht allein durch Höhenlage oder Niederschlagsmenge zu erklären, sondern lässt lokal erhöhte Einträge vermuten, da im südöstlichen Bereich des Untersuchungsgebietes sich in ähnlicher Höhe noch potentiell natürliche Werte finden.

Diese Versauerung der Quellwässer wirkt sich sehr stark auf die Artenzusammensetzung der untersuchten Waldquellfluren aus. Unter sauren Bedingungen fallen eine Reihe von sonst in Quellfluren verbreiteten Arten aus (z.B. Chrysosplenium oppositifolium und Cardamine amara). Sie werden durch Torfmoose (Sphagnum fallax agg.) und andere Arten ersetzt, die ansonsten wiederum Quellfluren mit Wässern höherer pH-Werte fehlen.

last modified 2004-11-15